Allerca GD
Die Allerca GD Katze: Ein Traum für Allergiker oder mehr Schein als Sein?
Katzen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit als Haustiere und bereichern das Leben ihrer Besitzer auf vielfältige Weise. Doch für Millionen von Menschen, die an Katzenallergien leiden, bleibt die Nähe zu diesen faszinierenden Tieren oft ein unerfüllter Wunsch. Hier schien die Allerca GD Katze eine revolutionäre Lösung zu versprechen: eine Rasse, die speziell gezüchtet wurde, um weniger Allergien auszulösen. Diese Vorstellung weckte große Hoffnungen bei Allergikern weltweit. Doch was verbirgt sich wirklich hinter dieser besonderen Katze?
Was macht die Allerca GD so besonders?
Das herausragendste Merkmal der Allerca GD Katze ist zweifellos die Behauptung ihrer Hypoallergenität. Das Unternehmen, das diese Rasse entwickelte – zunächst unter dem Namen Allerca, später als Lifestyle Pets bekannt –, gab an, Katzen zu züchten, die deutlich geringere Mengen des Fel d 1 Proteins produzieren. Dieses Protein gilt als der Hauptauslöser für Katzenallergien beim Menschen. Die Idee, eine Katze zu besitzen, ohne die üblichen allergischen Reaktionen wie Niesen, juckende Augen oder Hautausschläge befürchten zu müssen, sprach ein großes Publikum an. Schätzungen zufolge leiden allein in den Vereinigten Staaten rund 30 Millionen Menschen unter einer Form von Katzenallergie. Dieses immense Marktpotenzial lag zweifellos im Fokus der Entwickler.
Die angebliche Reduktion des Fel d 1 Proteins sollte durch einen Prozess der selektiven Züchtung erreicht werden. Das Unternehmen behauptete, Katzen mit natürlichen genetischen Variationen im Fel d 1 Gen identifiziert und diese gezielt miteinander verpaart zu haben, um Nachkommen mit dieser gewünschten Eigenschaft zu erhalten. Anfänglich wurde der Fokus auf die natürliche Züchtung gelegt, später prägte das Unternehmen den Begriff "genetisch divergent" (GD), um seine Zuchtlinie zu beschreiben. Diese Entwicklung könnte auf eine Verfeinerung der Zuchtmethoden oder eine Anpassung der Marketingstrategie hindeuten.
Physisch basierte die Allerca GD Katze auf der Rasse der Kurzhaarkatze, genauer gesagt der Britisch Kurzhaar. Dies impliziert, dass viele ihrer körperlichen Merkmale denen einer typischen Hauskatze ähneln könnten. Beschrieben wurde sie als mittelgroße Katze mit einem Gewicht von etwa 4,5 bis 7 Kilogramm. Ihr Fell wurde als mittellang, aber mit minimalem Haarausfall charakterisiert. Diese Eigenschaft des geringen Haarausfalls wäre ein weiterer potenzieller Vorteil für Allergiker, da weniger allergenhaltige Haare in der Umgebung verteilt würden. Zudem wurde betont, dass die Allerca GD in allen Fellfarben und -mustern vorkommen sollte, was eine große Vielfalt im Erscheinungsbild versprach.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt war der hohe Preis dieser Katzen. Mit Kosten von mehreren Tausend US-Dollar für eine Allerca GD Katze positionierte sich diese Rasse im obersten Preissegment der Heimtiere. Dieser hohe Preis deutete auf eine exklusive Zielgruppe hin, nämlich wohlhabende Personen mit ausgeprägten Allergien, für die die Möglichkeit, eine Katze zu besitzen, von großem Wert war. Zum Kauf gehörten angeblich auch Leistungen wie Allergietests für die potenziellen Besitzer, tierärztliche Gesundheitszeugnisse und sogar Garantien. Interessanterweise weigerte sich das Unternehmen, Kätzchen an Kunden zu verkaufen, deren Allergietestergebnisse ein "hohes" Niveau anzeigten, was auf eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Wirksamkeit ihrer Zuchtmethode hindeuten könnte.
Trotz der vielversprechenden Behauptungen und des hohen Preises war die Geschichte der Allerca GD Katze von erheblichen Kontroversen und unbewiesenen Behauptungen geprägt. Es gab kaum öffentlich zugängliche, von Fachleuten begutachtete wissenschaftliche Studien, die die Hypoallergenität dieser Katzen eindeutig belegten. Berichte deuteten sogar darauf hin, dass diese Katzen möglicherweise nicht weniger allergieauslösend waren als andere Katzenrassen. Ein besonders kritischer Punkt war der Hintergrund des Firmengründers, Simon Brodie, dessen frühere Geschäftsaktivitäten von Betrugsvorwürfen überschattet waren. Diese Umstände trugen maßgeblich zur Skepsis gegenüber den Versprechungen des Unternehmens bei. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Lifestyle Pets auch eine Hybridkatze namens "Ashera" vermarktete, von denen einige tatsächlich Savannah-Katzen waren. Diese Information sollte jedoch nicht mit der Rasse der Allerca GD Katze verwechselt werden, die auf der Kurzhaarkatze basiert.
Temperament und Persönlichkeit der Allerca GD
Bezüglich des Temperaments und der Persönlichkeit der Allerca GD Katze gab das Unternehmen an, dass ihre Kätzchen "freundlich, verspielt und anhänglich" seien. Es wurde betont, dass die Tiere von klein auf gut sozialisiert würden, was eine positive Entwicklung ihres Wesens fördern sollte. Diese Beschreibung deutet auf eine Katze hin, die sich gut in eine Familie integrieren und eine enge Bindung zu ihren Besitzern aufbauen könnte.
Da die Allerca GD auf der Rasse der Kurzhaarkatze basiert, ist es sinnvoll, auch das allgemeine Temperament dieser Katzenart zu betrachten. Hauskatzen sind oft für ihre Anpassungsfähigkeit, Freundlichkeit und Verspieltheit bekannt. Allerdings weisen sie eine große Bandbreite an individuellen Persönlichkeiten auf, von eher ruhigen bis hin zu sehr energiegeladenen Tieren. Ihre Intelligenz und ihr Jagdinstinkt sind ebenfalls typische Merkmale. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Allerca GD ähnliche Charakterzüge aufweisen könnte, wobei die spezifische Ausprägung von Tier zu Tier variieren würde. Die Behauptung des Unternehmens über die frühe Sozialisierung der Kätzchen deutet darauf hin, dass Wert auf die Entwicklung eines umgänglichen und zutraulichen Wesens gelegt wurde.
Die Pflege der Allerca GD Katze: Ein umfassender Leitfaden
Angesichts des beschriebenen mittellangen Fells mit minimalem Haarausfall ist es wahrscheinlich, dass die Fellpflege der Allerca GD Katze relativ unkompliziert ist. Regelmäßiges Bürsten, etwa einmal pro Woche, dürfte ausreichen, um das Fell gesund zu halten und eventuelle lose Haare zu entfernen. Dies würde auch dazu beitragen, die potenzielle Verbreitung von Allergenen weiter zu minimieren, auch wenn die Katze angeblich weniger davon produziert. Wie bei allen Katzen sollten auch die Krallen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden, und die Zahnhygiene sollte durch regelmäßiges Zähneputzen oder spezielle Zahnpflegesnacks gewährleistet sein.
In Bezug auf die Fütterung gibt es keine spezifischen Informationen für die Allerca GD. Es ist jedoch ratsam, eine hochwertige Katzennahrung zu wählen, die auf das Alter und den Aktivitätslevel der Katze abgestimmt ist. Da die Rasse auf der Kurzhaarkatze basiert und eine Verbindung zur Britisch Kurzhaar (die in einem Snippet erwähnt wird) besteht, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, um Übergewicht zu vermeiden, da Britisch Kurzhaarkatzen dazu neigen können. Frisches Wasser sollte der Katze jederzeit zur Verfügung stehen.
Obwohl die Allerca GD nicht als übermäßig energiegeladen beschrieben wird, benötigt sie dennoch ausreichend Bewegung und geistige Anregung. Regelmäßige Spielzeiten mit interaktiven Spielzeugen, Kratzbäume und Möglichkeiten zum Klettern und Erkunden der Umgebung sind wichtig für ihr Wohlbefinden. Dies entspricht den Bedürfnissen der meisten Hauskatzen, die trotz Ruhephasen auch Phasen der Aktivität und des Spiels haben.
Auch wenn die Allerca GD angeblich weniger Allergene produziert, ist es für Allergiker im Haushalt ratsam, allgemeine Maßnahmen zur Reduzierung von Katzenallergenen zu ergreifen. Dazu gehören regelmäßiges Staubsaugen und Wischen, gute Belüftung der Räume und möglicherweise der Einsatz von Luftreinigern. Es kann auch hilfreich sein, bestimmte Bereiche des Hauses, insbesondere das Schlafzimmer, für die Katze tabu zu erklären. Nach dem Kontakt mit der Katze sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
Wie jede andere Katze benötigt auch die Allerca GD regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Impfungen und Schutz vor Parasiten. Es ist wichtig, auf Anzeichen von Krankheit zu achten und bei Bedarf einen Tierarzt aufzusuchen. Interessanterweise bot das Unternehmen anfangs eine spezielle Tierversicherung an, die nur bei ihren registrierten Tierärzten gültig war.
Gesundheitsaspekte der Allerca GD
Da die Allerca GD auf der Kurzhaarkatze basiert, kann man davon ausgehen, dass sie ähnliche allgemeine Gesundheitsaspekte aufweist wie diese Rasse. Hauskatzen gelten im Allgemeinen als robust und anpassungsfähig. Angesichts der erwähnten Verbindung zur Britisch Kurzhaar könnten jedoch auch Anfälligkeiten für bestimmte Erkrankungen dieser Rasse bestehen, wie beispielsweise hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), Nierenerkrankungen und Zahnprobleme. Es ist wichtig zu betonen, dass der primäre Fokus bei der Züchtung der Allerca GD auf der Reduzierung von Allergenen für Menschen lag und nicht unbedingt auf spezifischen Gesundheitsaspekten der Katze selbst. Die Kontroversen um die Zuchtpraktiken des Unternehmens und das Fehlen langfristiger Studien könnten auch Fragen nach potenziellen, bisher unbekannten gesundheitlichen Problemen innerhalb dieser speziellen Zuchtlinie aufwerfen.
Ursprung und Geschichte der Allerca GD Katze
Die Geschichte der Allerca GD Katze ist eng mit dem Unternehmen Allerca (später Lifestyle Pets) verbunden, das die Rasse Mitte der 2000er Jahre entwickelte. Das Unternehmen mit Sitz in den USA (Delaware und San Diego) gab an, durch selektive Züchtung eine Katze mit reduziertem Fel d 1 Allergengehalt geschaffen zu haben.
Die Person hinter Allerca, Simon Brodie, war jedoch keine unumstrittene Figur. Seine früheren Geschäftsvorhaben waren von Kontroversen und Betrugsvorwürfen geprägt, was die Glaubwürdigkeit von Allerca beeinträchtigte. Trotz anfänglicher Medienaufmerksamkeit und Behauptungen über den wissenschaftlichen Durchbruch stieß das Unternehmen auf Skepsis in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und unter Katzenexperten. Es mangelte an unabhängigen, von Fachleuten geprüften Studien, die die Wirksamkeit ihrer Zuchtmethode und die tatsächliche Hypoallergenität der Katzen belegten. Ironischerweise wurde die Katze im Jahr 2006 vom Time Magazine zu einer der "Best Inventions" gekürt, obwohl die wissenschaftliche Validierung fehlte.
Im Jahr 2010 gab das Unternehmen bekannt, seine Zuchtaktivitäten einzustellen. Die Website blieb jedoch aktiv, und es gab weiterhin Berichte über Geschäftsaktivitäten und ungelieferte Katzen. Es wurden sogar Klagen von Kunden eingereicht, die ihre bestellten und bezahlten Katzen nicht erhalten hatten. Diese Umstände werfen ein deutliches Licht auf die fragwürdige Geschichte und den unsicheren Ursprung dieser besonderen Katzenrasse.
Fazit: Ist die Allerca GD die richtige Katze für Sie?
Die Allerca GD Katze wurde als revolutionäre Lösung für Katzenallergiker angepriesen, basierend auf der Idee, durch selektive Züchtung den Hauptauslöser von Katzenallergien zu reduzieren. Ihre Abstammung von der Kurzhaarkatze deutet auf ein freundliches und verspieltes Temperament hin, und die Pflege scheint ähnlich unkompliziert zu sein wie bei anderen kurzhaarigen Katzen.
Es ist jedoch unerlässlich, die erheblichen Kontroversen und den Mangel an unabhängigen wissenschaftlichen Beweisen für die Hypoallergenität dieser Rasse zu berücksichtigen. Die fragwürdige Geschichte des Unternehmens und seines Gründers sowie Berichte über unzufriedene Kunden sollten potenzielle Interessenten vorsichtig stimmen. Der hohe Preis dieser Katzen steht in keinem gesicherten Verhältnis zu ihrem angeblichen Nutzen für Allergiker.
Für Menschen mit Katzenallergien gibt es andere, wissenschaftlich fundiertere Ansätze zur Bewältigung ihrer Symptome. Dazu gehören beispielsweise die Schaffung allergenfreier Zonen im Haus, der Einsatz von Luftreinigern und gegebenenfalls medikamentöse Behandlungen. Auch wenn einige Katzenrassen anekdotisch als besser verträglich für manche Allergiker gelten, ist es wichtig zu wissen, dass keine Katze zu 100 % hypoallergen ist.
Wer dennoch erwägt, eine Allerca GD Katze anzuschaffen, sollte sich der Risiken und der unsicheren Faktenlage bewusst sein. Es ist ratsam, alle verfügbaren Informationen kritisch zu prüfen und möglicherweise alternative Wege in Betracht zu ziehen, um den Traum von der Katzenhaltung trotz Allergie zu verwirklichen.